Denkmal

Am 25. Dezember 1944 wurde die Stadt Ettelbrück nach vierjähriger Besatzung definitiv von der Nazidiktatur befreit.

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Nach der ersten Befreiung am 11. September 1944 gab sich Hitler noch nicht geschlagen. Am 16. Dezember 1944 wurde unser Land ein zweites Mal von der deutschen Wehrmacht überfallen.

© Fotosammlung unbekannt
Luftschutzbunker © 351st Eng. G.S. R. IV

Dank des unermüdlichen Einsatzes der alliierten Streitkräfte konnte die sogenannte Rundstedtoffensive oder Ardennenschlacht („Battle of the Bulge“) in wenigen Wochen zurückgeschlagen werden. Viele junge amerikanische Soldaten fielen im Kampf.

© van Wassenhofve

Aus Dankbarkeit für die Befreiung von der Unterdrückung durch das Naziregime hegte die Bevölkerung den sehnlichen Wunsch, den tapferen amerikanischen Soldaten ein Denkmal zu setzen. Verwirklicht wurde zunächst die Idee, eine Veranstaltung zu Ehren von General Patton und seiner tapferen Soldaten zu organisieren, vom Ettelbrücker Radsportverein „Union Cycliste du Nord (UCN)“. George Platt Waller und die Witwe von General Patton beglückwünschten die Verantwortlichen der UCN für ihre Initiative. Das erste Rennen des „Grand Prix Général Patton“ fand am 11.Mai 1947 statt. Bis heute wird dieses Radrennen unter der Verantwortung von verschiedenen Radsportvereinen ausgetragen.

Des Weiteren wurde innerhalb der „Union Cycliste“ der Gedanke geboren, ein Memorial zu Ehren des Befreiers von Ettelbrück zu errichten. Bereits 1950 war ein vom Bildhauer Lucien Wercollier ausgearbeitetes Modell als Photographie, sowie ein Steinentwurf vom Architekten J.P. Kartheiser im Schaufenster von Alex Wagner ausgestellt.

© Michel Simon

Aus verkehrstechnischen Gründen kamen als Standort weder die Warkbrücke an der Ecke gegenüber dem Pensionat Ste. Anne noch der Platz vor der Staatsackerbauschule in Frage.

Unter Leitung von Bürgermeister Marcel Wiser wurde im Jahre 1951 ein „Comité National pour l’Erection du Monument Patton“ mit Sitz in Ettelbrück gebildet. Am 28.November 1951 fand im großen Saal des Stadthauses eine Zusammenkunft des Gemeinderates mit dem Staatsarchitekten H. Schumacher zwecks Bestimmung des genauen Standorts statt. In der öffentlichen Sitzung vom 30. Dezember 1952 wählte der Gemeinderat einstimmig als Standort einen Platz unmittelbar an der Sauerbrücke auf Ettelbrücker Gemeindeterritorium. An den Kosten von 500.000 Franken war die Gemeinde Ettelbrück mit 100.000 Franken beteiligt. Zudem verpflichtete sich die Gemeinde, die Unkosten zur Bepflanzung der Gedenkstätte zu übernehmen.

Architekt-Urbanist H. Luja wurde mit der Ausführung der Pläne beauftragt, während die Straßenbauverwaltung aus Diekirch für die Überwachung der Arbeiten zuständig war. Die zur Errichtung des Memorials bestimmte Parzelle, welche Staatseigentum war, wurde der Gemeindeverwaltung für 99 Jahre, für den symbolischen Pachtzins von 1 Franken zur Verfügung gestellt, mit der Auflage, ohne vorherige Genehmigung der Straßenbauverwaltung, keine Umänderung dort vorzunehmen.

Am 26. Februar 1953 genehmigte Straßenbauminister Victor Bodson das erwähnte Abkommen, das am 5.März 1953 auch vom Innenministerium gutgeheißen wurde. Die Baufirma Theis-Vinandy aus Vianden wurde mit der Ausführung der Arbeiten betraut.

Am 28. Februar 1953 wandte sich Architekt-Urbanist H. Luja  an die amerikanische Botschaft in Brüssel, um eine genaue Aufstellung der unter General Pattons Kommando während der Ardennenschlacht in Luxemburg kämpfenden Militäreinheiten zu bekommen. Am 1.April 1953 konnte Militärattaché Colonel Wendell-Blanchard die Liste der Truppeneinheiten präsentieren, deren Richtigkeit von der Historical Division in Washington überprüft worden war.

Denkmal © Revue 1953

In der Pressekonferenz vom 5. Mai 1954 im Hotel Heckmanns gab H. Luja Einzelheiten über die Gestaltung des Denkmals bekannt.

Der Sockel des Denkmals stellt ein in die Heimaterde gestoßenes Schwert dar. Er soll die Waffenruhe und den Frieden versinnbildlichen. Derselbe ist aus wetterfestem Gilsdorfer Stein und kündet in seiner starren Geruhsamkeit vom unwiderstehlichen Willen, künftig nie mehr vom Friedensgedanken abzuweichen.

Der amerikanische Adler, der an die leidvolle Kriegszeit erinnern soll, legt die Fahne der USA, Symbol der Freiheit, nieder. Zugleich holt der Adler zu neuem Schwung aus, um seine Friedensbotschaft in alle Welt zu tragen.

Der Adler selbst, mit einer Spannweite von 2,10 Meter ist aus Euviller Stein aus dem „Département de la Meuse“ gehauen. Er wurde vom Kunstprofessor Pierre Droessaert entworfen und vom Bildhauer Aurelio Sabbatini aus Esch/Alzette gestaltet.

Das Denkmal trägt auf der Vorderseite die Inschrift:

In Memoriam Lt.-Gen. G.S. Patton jr.

und auf der Rückseite die Bezeichnungen der Armee, der Korps und Divisionen, die an der Befreiung unseres Landes teilgenommen haben.

Hier lautet die Inschrift wie folgt:

1944-1945

To the everlasting remembrance of their sacrifice.

Third US Army. Army Corps: III VIII XII XX Infantry Divisions: 4th 5th 26th 35th 76th 80th 83th 87th 89th 90th. 17th Airborne Division. Armoured Divisions: 4th 6th 9th 10th 11th.

Einweihung © Gemeinde

Das Denkmal, in Nähe der nach Osten und Norden führenden Sauerbrücke, liegt an einer für unser Land historischen Nahtstelle. Hier an der Eisenbahnlinie nach Norden gelang es den amerikanischen Truppen während der Ardennenschlacht, den überraschenden Einfall der Wehrmacht in Richtung Alzettetal, und damit ins Herzgebiet Luxemburgs, zu vereiteln.

© Fotosammlung Privat
Patton Denkmal hochwertig © Fotosammlung Privat

1957 erhielt Ettelbruck den Ehrennamen „Patton-Stadt Luxemburgs“. Dies hängt zusammen mit der jährlich stattfindenden Gedenkfeier, dem Remembrance Day, der bis 2004 in Ettelbrück stattfand. Der erste Remembrance Day fand 1954 statt und fiel mit der Errichtung des Denkmals zusammen. Diese Veranstaltung lockte Jahr für Jahr Zehntausende von in- und ausländischen Besuchern an, die die alliierte Militärparade begleitet von einer Flugshow miterlebten. So wurde der Remembrance Day zu einem einzigartigen Spektakel in Luxemburg und den angrenzenden Gebieten. Truppen und Militärfahrzeuge verschiedener Nationen, darunter der USA (Armee und Luftwaffe), Frankreichs Belgiens und Großbritanniens, nahmen an diesem Event teil.

Im Jahre 2024 wurde das Square als Folge des 2022 ausgeführten Brückenneubaus und der Straßenbauarbeiten umgestaltet und im September 2024 in Präsenz des amerikanischen Botschafters feierlich eingeweiht.